Tag archive

spanien

Hommage an das Café Zurich in Barcelona

in Spanien
Cafe Zurich in Barcelona

Mein „Ankomm-Ritual“ in Barcelona: ein Café con leche auf der Terrasse des Café Zúrich – gegründet 1920 und vermutlich das bekannteste Kaffeehaus der Stadt. Klar, alles andere als ein „Geheimtipp“, aber für mich ein „persönlicher“ Ort. Ich weiß noch genau, wann ich zum ersten Mal hier gesessen habe. Oktober 1991: Zivildienst abgeschlossenen und zur „Belohnung“ ein Urlaubstrip mit meinem Düsseldorfer Kumpel Alex. Lloret de Mar. Kosten: 369 D-Mark. Inklusive Anfahrt und (gar nicht mal so schlechter) Vollpension (!). Eine Neun-Tage-Reise, davon zwei im Bus. Abends ist trotz Nachsaison noch einiges los. Wir feiern im Moef Ga Ga und im St. Trop – zu Eurodance von Twenty4Seven („I cant stand it“) bis Masterboy („Dance to the beat“). Allerdings kann die Costa Brava in dieser Herbstwoche kein Strandwetter aufbieten. Und so machen wir uns schon am zweiten Tag mit dem Linienbus auf den Weg nach Barcelona. Eine gute Stunde Fahrt, mittags hin, abends zurück. Eine coole Stadt sei das, haben wir gehört. Ansonsten: kein Reiseführer, kein Plan, keine Erwartungen. Die Endhaltestelle der aus Lloret de Mar kommenden Busse liegt damals noch zentral am Passeig Colom. Von dort aus spazieren wir die Ramblas hoch. Und als wir nach jener Reizüberflutung, die 20jährige beim ersten Barcelonabesuch automatisch überkommt, an der Plaça de Catalunya anhalten und eine Pause brauchen, stehen wir vor dem Café Zúrich. Hier weiterlesen

Sofia auf dem Sand: (k)eine Fußballgeschichte

in Köln/Kurzgeschichten/Spanien

Diese kurze Erzählung entstand anlässlich eines Schreibwettbewerbs der taz unter dem Motto „Strandgeschichten“. Sie kam unter die besten 20, landete in der dazugehörigen Anthologie, erschien später auch noch im Online-Portal Titel-Kulturmagazin und war 2007/2008 Namensgeber eines Podcasts.

Als ich Sofía zum ersten Mal gesehen habe, waren wir Gegner. Ich verteidigte, sie stürmte. Als ob es gestern gewesen wäre: Freistoß aus kurzer Entfernung. Ihr Blick trifft meinen. Sie klemmt sich ihre schulterlangen Haare hinter die Ohren, zieht die linke Braue leicht hoch und lächelt. Zwei endlose Sekunden. Dann schießt sie. Ich hechte in die Ecke meines Tores, errichtet aus zwei mit Steinchen gefüllten Fanta-Dosen. Gerade noch erwische ich den Ball mit den Fingerspitzen. Gehalten. Feiner Sand dringt in meinen Mund. Ich spucke aus. Sofía klopft mir auf die Schultern. „Toni Schumaaakerr“, sagt sie anerkennend und knipst ein Auge zu. Mein Bauch kribbelt, mein Herz klopft. Ich lächele. Dann zerbeiße ich einige Sandkörner zwischen den Zähnen und werfe den Ball ab. In meinen Handflächen sammelt sich Schweiß. Das Spiel geht weiter. Hier weiterlesen

Go to Top