Die japanische Metal-Band Church of Misery sing über das "Dusseldorf Monster" (Foto: Wikimedia, siehe unten)

50 Songs, die „Düsseldorf“ im Namen tragen (Teil 3)

in Düsseldorf/Popkultur

„Elektronisch“, „Rock“, „Pop“, „Rap“, „Punk“, „Karneval“, „Metal“ oder „Fortuna“? In fünf Folgen stellt dieses Blog insgesamt 50 Düsseldorf-Songs vor.

Von Mai bis Juli 2016 habe ich eine kleine „Versuchsreihe“ unternommen: Jeden Werktag postete ich auf facebook einen Link zu einem Song, der „Düsseldorf“ heißt oder zumindest „Düsseldorf“ oder „Düsseldorfer“ im Namen trägt. „Erlaubt“ beim „Düsseldorf-Song-Experiment“ waren alle Genres, ohne Rücksicht auf guten Geschmack, aber sicher mit der einen oder anderen geschmackvollen Überraschung. Wenn er im Netz zu finden war, stellte ich auch noch den Songtext dazu. Voraussetzung: Der Song ist über YouTube, Soundcloud, Spotify etc. als Video oder Audiofile online nachzuhören. Die Texte erschienen in ähnlicher Form bereits in meiner facebook-Chronik, jetzt vereinige ich sie unter dem Dach dieses Blogs und rette ich sie in fünf Blog-Folgen davor, im digitalem Nirwana zu verschwinden. Die ersten 20 der 50 Düsseldorf-Songs findest du in Teil 1 und in Teil 2 hier geht es weiter mit den Stücken 21 bis 30.

21.) Die Mimmis: Wir sind Düsseldorfer Jungs.

Ein Bremer mit Düsseldorfer „Migrationshintergrund“ singt eine Fortuna-Hymne über „Düsseldorfer Jungs“: Die Punkband Die Mimmis gründete sich 1982 nach der Auflösung der Toten Hosen-Vorgänger-Band ZK nicht am Rhein, sondern an der Weser – initiiert vom ehemaligen ZK-Schlagzeuger Fabsi, der nun den Gesang übernahm. Auszug aus dem Text: „Wir sind Düsseldorfer Jungs, auch wenn wir in der Welt rumkriechen, bei Fortuna sind wir hier.“ Bei YouTube finden sich von dem Song auch mehrere Live-Versionen, u.a. als Support der Toten Hosen im ISS Dome:

Vielen Dank an Jørg Wiese, der mich im Sommer 2016 auf diesen Titel hingewiesen hat.

Mehr über die Geschichte der Mimmis: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Mimmi%E2%80%99s

22.) Der Joker: Düsseldorf läwt.

Wieder mal Zeit für ein Karnevalslied beim Düsseldorf-Song-Experiment: „Düsseldorf läwt“ von Der Joker. Gerade in der Karnevalsszene ist es nicht immer leicht, etwas über den Interpreten im Netz zu finden. In diesem Fall ergab die Recherche nicht allzu viel: Der Künstlername gehört zu einem 1966 geborenen Düsseldorfer, der im Alter von vier Jahren mit dem Mundharmonikaspielen begann, dann im Laufe der Jahre auch noch Schlagzeugspiel, Percussion, Gitarre und Klavier zu beherrschen lernte und seit einigen Jahren eigene Songs in seinem Tonstudio arrangiert und produziert.

23.) Church of Misery: Dusseldorf Monster.

Vom Karneval zu japanischem Doom-Metal ist es nur „ein kleiner Schritt“: Church of Misery Official (mehr als 37.000 Facebook-Fans, siehe Titelfoto des Beitrags) singen über das „Dusseldorf Monster“ – und meinen damit erneut (nach Macabre in Stück Nr. 10 dieser Zusammenstellung) den Düsseldorfer Peter Kürten, der in den 1920er Jahren als blutrünstiger Serienmörder weltberühmt wurde („Der Vampir von Düsseldorf“). Mehr über den Fall in Teil 1 des Düsseldorf-Song-Experiments. Es gibt übrigens noch einige andere Metal-Bands, die Kürten besingen, ich habe allerdings keinen weiteren Titel gefunden, der „Düsseldorf“ enthält…

Mehr über Church of Misery: https://de.wikipedia.org/wiki/Church_of_Misery

24.) Toony: Düsseldorfer Straßenhymne.

Erneut ein Track aus der HipHop-Szene, der bereits vor einigen Jahren erschienen ist: Die „Düsseldorfer Straßenhymne“ von Toony, der auch in seinem Geburtsland Polen erfolgreich ist. Textprobe:

„Ich fahr nen Corsa, tiefergelegt / von Venlo bis Neuss, wenn die Lieferung steht“.

Mehr über Toony: https://de.wikipedia.org/wiki/Toony

25.) Rene Ablaze & DJ T.H.: Düsseldorf.

Mal wieder Zeit für etwas Elektronisches: Der trancige Instrumentaltrack „Düsseldorf“ von René Ablaze & DJ T.H. Vermutlich hat der Titel-Namen damit zu tun, dass sich hinter den Initialen T.H. der Düsseldorfer Thomas Gatzka verbirgt, der in diesem Fall mit dem Niederländer Rene Ablaze kooperiert hat.

26.) La Düsseldorf: Düsseldorf.

Noch mal ein „Düsseldorf“-Song von La Düsseldorf. Mehr zu dies stilprägenden Band in Teil 16 des Düsseldorf-Song-Experiments. Ihr zweiter Song heißt schlicht und einfach (wie auch sonst!): „Düsseldorf“.

Und hier der großartige Text:

Scharfer Wind – teures Pflaster
Düsseldorf – Düsseldorf – Düsseldorf
Spiegelglas und Edelstahl
Mannesmann und Rheinmetall
Ba da bap bap, bada da bada da
Ba da bap bap, bada da bada da
Ba da bap bap, bada da bada da
Ba da bap bap, bada da bada da
Düsseldorf – Düsseldorf – Düsseldorf –
Düsseldorf – Düsseldorf – Düsseldorf
Du bist unsere Heimat
Heimat am Rhein
Düsseldorf – Düsseldorf – Düsseldorf –
Düsseldorf – Düsseldorf – Düsseldorf
Heut‘ geh’n wir in die Altstadt
Heut‘ geh’n wir in die Altstadt
Heut‘ geh’n wir in die Altstadt
Heut‘ geh’n wir in die Altstadt
Heut‘ geh’n wir in die Altstadt
Heut‘ geh’n wir in die Altstadt
Hallo Plato!
Düsseldorf – Düsseldorf – Düsseldorf –
Düsseldorf – Düsseldorf – Düsseldorf
Düsseldorf du bist unsere aaah…
Düsseldorf du bist unsere bäh…
Düsseldorf du bist unsere Heimat
Heimat am Rhein
Düsseldorf – Düsseldorf – Düsseldorf –
Düsseldorf – Düsseldorf – Düsseldorf
Ah Düsseldorf La Düsseldorf
Ah Düsseldorf La Düsseldorf
Gold’ne Brücke stolze Schwäne
Gold’ne Brücke stolze Schwäne
Düsseldorf am Rhein
Wir kommen – wir kommen –
Wir kommen – wir kommen
Düsseldorf – Düsseldorf – Düsseldorf –
Düsseldorf – Düsseldorf – Düsseldorf
In Düsseldorf – in Düsseldorf – in Düsseldorf
Am gold’nen (grauen) Rhein

27) Halve Hahn. Liebesbrief an Düsseldorf.

„Halve Hahn“ singen einen „Liebesbrief an Düsseldorf. Dass sogar im Karneval „Unplugged“-Konzerte gespielt werden, war mir neu. Inzwischen hat sich die Band (zum zweiten Mal) aufgelöst. Die WZ schrieb 2015:

„(…) Der Halve Hahn — 1998 vom Bassisten und Musikproduzenten Wolf gegründet — war wohl die erste Brauchtumsband aus Düsseldorf, die es richtig mit den Kölnern aufnehmen konnte. Der verstorbene CC-Chef Günther Pagalies war es, der Wolf damals aufgefordert hatte: „Mach was, wir brauchen endlich eine vernünftige Band im Düsseldorfer Karneval.“ Wolf machte was — und das gut. Mit Songs wie „Düsseldorf ich hann dich jähn“ und „Wir sind die Könije vom Rhing“ landeten die Band echte Hits. Diese waren zum Teil wochenlang in der WDR-Hitparade.

2007 löste sich die Gruppe nach einem Streit mit dem Carnevals Comitee erstmals auf. Dem CC war sie zu rockig geworden. 2013 gab es dann ein Comeback in neuer Besetzung, nur Achim Wolf war wieder dabei. Nun das endgültige Aus. Wolf: „Für die Jungs tut es mir leid. Aber ich muss mich jetzt in erster Linie um mein Studio kümmern. Mir fehlt einfach die Zeit, die man für eine gute Band braucht.“ Und: „Diesmal ist der Abschied endgültig.“

28.) Flankengott: Wir sind aus Düsseldorf.

Nach den Bullocks (Nr. 7) und den Mimmis (Nr. 21) folgt ein dritter Song, der der Fortuna gewidmet ist: „Wir sind aus Düsseldorf“ von 2008. Urheber ist Christan Otte alias „Ötte“. Der Website-Info ist Folgendes zu entnehmen:
„Flankengott ein „sideproject“ von ÖTTE, aus Liebe zu „seinem“ Fußballverein Fortuna Düsseldorf. Immer mal wieder mit wechselnden Musikern ist FLANKENGOTT so gesehen keine Band, sondern eben ein reines Liebhaberprojekt. Zwei CD´s konnten mittlerweile aufgenommen werden, welche beide noch erhältlich sind. Bekannte Mitstreiter waren u.a. Amadeus Sektas (Gitarre & Produzent / another Level Tonstudio), OPA Marcus Haefs (Musikbeauftragter von Fortuna Düsseldorf) oder Chris Wagner (Kopfecho).“

Hier der Link zum Projekt: https://oette.jimdo.com/

29.) De Stroßefäjer: Düsseldorf-Leed.

 

Weiter geht´s mit einer Anti-Hymne: „Düsseldorf-Leed“ von der Kölner Karnevals-Combo De Stroßefäjer. Motto: „Lieber Reissdorf als Düsseldorf.“ Ich habe es an dieser Stelle ja schon mal erwähnt: Es ist erstaunlich, wie groß die Parallelen in der Attitüde der ansonsten total unterschiedlichen Genres „HipHop“ und „Karneval“ sind. Im überbordendenden Lokalpatriotismus wird die eigene Stadt gefeiert, andere Städte werden „gedisst“. Den „Diss“ gibt´s auch andersherum, etwa im Lied „Da schwimmt ne Kölner“ der Düssel Disharmoniker.

Hier der Text des „Düsseldorf-Leed“:

Als de Römer sööcke dätte schönste Fleck am Rhing
Hät hä sich Kölle usjesöck – wie kunnt et anders sinn
Ne Spähtrupp dä wot usjescheck und kom verschreck zoröck
Nodäm hä em Neandertal die Aape hat erblick
Un noh drei Woche schon
do sung dat ahle Rom:

Am Aasch vun d’r Welt litt Düsseldorf
Et düürste Dorf am Rhing
De längste Thek – doch keine Dom
Wä will dann su jet sin?
Am Aasch vun d’r Welt litt Düsseldorf
Et düürste Dorf am Rhing
Dröm trick et och ne kölsche Fetz
No Düsseldorf nit hin

Nananananana!

Met de Johre hätt mer dann die Aape kultiveet
Sie han sujar su noh un noh et Bierbraue probeet
Nur hätt dat nit su räch jeklapp bei denne en däm Wald
Un weil dat kein Mminsch drinke kunnt do wood dat Züch flöck alt
Vun Peking bes Madrid
Do sung ald jeder met

Am Aasch vun d’r Welt litt Düsseldorf
Et düürste Dorf am Rhing
De längste Thek – doch keine Dom
Wä will dann su jet sin?
Am Aasch vun d’r Welt litt Düsseldorf
Et düürste Dorf am Rhing
Dröm trick et och ne kölsche Fetz
No Düsseldorf nit hin

Nananananana!

Wed dem Esel et zu wärm dann jeiht hä op et Is
Un wenn hä do op Haie stüß dann jitt et mistens Knies
Er hätt och e Patentrezept wenn et nit jod läuf
Als Esel dä vill Jrosche drieß die beste Fesch hä käuf
Doch immer klapp dat nit
Dann singt he jeder mit:

Am Aasch vun d’r Welt litt Düsseldorf
Et düürste Dorf am Rhing
De längste Thek – doch keine Dom
Wä will dann su jet sin?
Am Aasch vun d’r Welt litt Düsseldorf
Et düürste Dorf am Rhing
Dröm trick et och ne kölsche Fetz
No Düsseldorf nit hin!

30.) Pole: Düsseldorf.

Das letzte Stück für heute ist ein instrumentaler Track, den ich mir vor rund zwölf Jahren selbst einmal gekauft habe – als Teil des Albums „Steingarten“ von pole (original). Der Track heißt – Überraschung! – „Düsseldorf“. Pole – das ist der Künstlername des gebürtigen Düsseldorfers Stefan Betke, der heute in Berlin ansässig ist. Im Interview mit The Wire wurde er 2012 als „German dub-technoist“ bezeichnet. An dieser Stelle habe ich übrigens den Remix des Detroiters Mike Huckaby via YouTube eingebunden.

Mehr über Stefan Betke alias Pole:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pole_%28Musiker%29
http://pole-music.com/
http://www.thewire.co.uk/audio/in-conversation/p=13107

 

Titelfoto des Beitrags by Francesco – Flickr: Church Of Misery, CC BY-SA 2.0

Weiter geht´s in Kürze mit Teil 4 der Zusammenstellung und den Songs 31 bis 40.

Link zu Teil 1 mit den Songs 1 bis 10: Hier.
Link zu Teil 2 mit den Songs 11 bis 20: Hier.

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