Sogar in einen Reiseführer hat es das Blog Düssel-Flaneur inzwischen geschafft.

Blog-Relaunch: Resümee und Ausblick

in Düsseldorf

Im Sommer 2014 unter dem Dach von Tumblr gestartet, im November 2018 ein neues WordPress-Gewand übergestreift: Was beim Blog Düssel-Flaneur in den vergangenen Jahren passiert ist und was sich nun (nicht) ändert.

Der Entschluss, dieses Blog zu starten? War spontan. Im Sommer 2014 arbeitet ich in einem angemieteten Büroraum an der Kopernikusstraße in Düsseldorf-Bilk. Die täglichen Spaziergänge mit dem Hund führten oft am Ufer der Düssel entlang, rund um die zwei Blöcke entfernte Karolingerstraße. So entstand eines Tages die Idee, als Ausgleich zu oft eher eintönigen Brotjobs den Verlauf des Flüsschens, das Düsseldorf seinen Namen gab, stromaufwärts zu verfolgen. Ein Reisebericht: 45 Kilometer gegen den „Strom“ – von der Mündung in den Rhein bis zur Quelle bei Wülfrath im Bergischen Land, immer am Ufer entlang, zu Fuß, mit Ironie und ohne Jack Wolfskin.

Erst nach einem Jahr als Autor „geoutet“

Ein Text-Experiment, unterlegt mit passenden Fotos und kurzen Clips. Zwei Freunde – der Ich-Erzähler macht was mit Medien, sein bester Freund P. was mit Werbung, beide haben die Midlife-Crisis im Nacken – flanieren am Ufer entlang. Durch Stadt und Land, über Stock und Stein, in kleinen Etappen. Dabei unterhalten sie sich über das, was sie sehen und das, was sie gerade bewegt. Fast ein Jahr lang, bis Mitte 2015 habe ich das Blog anonym betrieben – ohne mich als Autor zu outen. Eine kreative Spielwiese, lediglich begleitet von einem Twitter-Account. Nach vielen positiven Reaktionen kamen hinzu: eine facebook-Seite zum Blog, die ersten Presseartikel sowie Einladungen zu Lesungen. 2017 folgte sogar ein eigenes Kapitel in einem Reiseführer (siehe Beitragsfoto) über das Projekt (Stefan Keller: Düsseldorf – Porträt einer Stadt, Gmeiner).

Im Jahr 2018 gab es so viele Presserwähnungen wie nie. Seit Juli hat das Blog zudem einen monatlichen Print-Ableger in der Düsseldorf-Ausgabe der Westdeutschen Zeitung (WZ). Und seit Oktober 2018 stellt der Podcast zum Blog auf iTunes, Spotify etc. ausgewählte Texte sowie die monatlichen WZ-Kolumne als Audio-Version bereit.

Wo die „Düssel-Reise“ enden soll?

Gar nicht! Die Grundidee der Anfangszeit bleibt das namensgebende Herzstück: Wenn die beiden Protagonisten irgendwann – die Hälfte des Weges ist geschafft – die Düssel-Quelle im Bergischen Land erreicht haben, ist der Stoff, von dem dieses Blog lebt, noch lange nicht aus. Der Plan für “danach”: Nach der Südlichen Düssel, von deren Mündung in den Rhein aus Düssel-Flaneuer seinen Anfang nahm, ist erst mal die Nördliche Düssel dran – von der Rhein-Mündung in der Altstadt bis zum Spaltwerk in Gerresheim. Und dann? Kommt der letzte noch fehlende Düssel-Mündungsarm (der Brückerbach war Thema einer Sonderfolge) an die Reihe: der bei Kaiserswerth in den Rhein mündende Kittelbach. Und dann? Fehlen noch die Düssel-Zuflüsse auf dem Stadtgebiet von Düsseldorf: Pillebach, Eselsbach, Rotthäuser Bach etc.  Bis 2020 dürfte das reichen, mindestens …

Hello wordpress, good bye tumblr!

Der Entschluss, dieses Blog zunächst über die Plattform tumblr zu starten, war ein Zufall: Auf tumblr gab es viele spannende Projekte und Blogs von kreativen Leuten – und das Content-Management-System machte auf den ersten Blick einen „leichteren“ Eindruck. Ich dachte mir: Das „nehme“ ich, und einen Tag später war die erste Folge online. Grundsätzlich funktionierte auch alles ganz gut – bis auf regelmäßige Probleme, Google-Maps-Karten oder YouTube-Clips Html-mäßig einzubinden. Das klappte nicht immer optimal und kostete Zeit und Mühe, wäre aber allein noch kein Grund für einen Wechsel gewesen. Allerdings: Im Frühling 2018 gab es bei tumblr eine Änderung, die mich sehr gestört hat. Wer die tumblr-URL von „Düssel-Flaneur“ (bzw. irgendeines tumblr-Blogs) eingab, landete zunächst auf einer tumblr-Startseite, bei der man über Datenschutzbestimmungen etc. aufgeklärt wurde und diese durch einen Klick „annehmen“ bzw. alternativ „Optionen verwalten“ konnte. Erst danach war die Startseite des Blogs sichtbar. Leser fühlten sich abgeschreckt, waren irritiert. Dann kam noch ein weiteres, individuelles Problem hinzu, das der tumblr-Support leider nicht lösen konnte: Beim Posten von Düssel-Flaneur-Beiträgen auf facebook wurde plötzlich keine Link-Vorschau mehr angezeigt. Ich konnte also auf der facebook-Seite zum Blog nicht mehr auf meine Blog-Beiträge aufmerksam machen, und auch die Leser konnten sie nicht mehr richtig teilen. Damit stand im Sommer 2018 der Entschluss zum Umzug fest.

Nicht nur Düsseldorf-Themen

Mit dem Wechsel zum Content-Management-System von WordPress wird es nicht nur viel einfacher, die seit den Anfängen um ein Vielfaches gestiegene Zahl von Fotos pro (regulärer) Blog-Folge hochzuladen und zu verwalten. Auch thematisch gibt es Änderungen: Das anfangs rein monothematische Projekt „Düssel-Flaneur“ öffnet sich. Ich werde mich in Zukunft nicht nur mit Düsseldorf und der Düssel, sondern auch mal mit „überregionalen“ Themen beschäftigen. Passendes Motto: Stadt, Natur, Popkultur. Einfach in der Menüleiste links oben auf auf „Kategorien“ klicken, dann erfährst du (bald) mehr … Ansonsten findet sich in der Hauptmenü-Leiste (wie gehabt) eine Übersicht über alle bisher erschienen „regulären“ Blog-Folgen entlang der Düssel, außerdem gibt es eine Übersicht über die Podcast-Episoden und über alle Folgen der Düssel-Flaneur-Kolumne aus der Westdeutschen Zeitung. Die bei tumblr verfügbare Übersicht über „Düsseldorf im Netz“ fehlt wiederum im neuen Layout, wird aber einmalig als Blog-Beitrag erscheinen und so zumindest weiter verfügbar sein.

Viel Spaß mit dem Blog Düssel-Flaneur im neuen Gewand!

Und hier noch mal ein „Abschieds-Screenshot“ des (über die Jahre lieb gewonnenen tumblr-Layouts, auf dem auch schon die Ankündigung des Blog-Umzugs zu sehen ist ☹ Schnief!

 

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