Wie Peter Shaw 1998 die Fake-News-Zukunft vorhersah

in Irrsinn/Popkultur/Sprache

In Folge 80 „Geheimakte UFO“ der Hörspiel-Serie „Die drei ???“ sagt der zweite Detektiv einen visionären Satz über das Internet.

Seit einem halben Jahr höre ich mit meinem Kind bei Spotify die alten Drei ???-Folgen (noch mal) durch, von Nr. 1 an aufwärts. Das macht nicht nur großen Spaß, man kann auch verfolgen, wie sich die Alltagssprache ändert bzw. welche Wörter heute längst aus der Mode gekommen sind („Schurke!“, „Strolch!“, „Schuft!“). Nachdem es in den ersten Folgen noch mit Walkie-Talkie, Autotelefon und der Telefonlawine losgeht, halten langsam aber sicher technische Innovationen Einzug.  Und Ende der 1990er spielt natürlich auch das Internet immer öfter eine Rolle. In der 1998 veröffentlichten Folge Nr. 80 der Hörspiel-Serie ist mir diesbezüglich ein besonders amüsanter Dialog aufgefallen. Hier weiterlesen

(#45) Neue Biergärten und alte Bücher

in Erkrath/Neandertal/Natur
Open-Air-Antiquariat im Neandertal

Wie Neandertal-Esel in Smartphone-Kameras schauen / Wie wir im Spätherbst eine Biergartensommer-Vision haben / Und wo in Düssel-Nähe unter freiem Himmel antiquarischer Lesestoff ausliegt.

Obwohl die Pause so lang war, könnte man die heutige Etappe entlang der Düssel genauso beginnen wie die vorhergehende. Was schlicht und einfach daran liegt, dass unser Startpunkt erneut der Parkplatz am Winkelsmühler Weg ist (nahe S-Bahnhof Hochdahl-Millrath), oberhalb des Neandertals. Hier weiterlesen

Neue Podcast-Episode: Lütgenau, Evertz und die Mata-Hari-Passage.

in Düsseldorf/Popkultur/WZ-Kolumne
Die Mata-Hari-Passage, Eingang Hunsrückenstraße, kurz nach ihrem "Ende" 2002 (Foto: Stadtarchiv).

Bei Lütgenau waren es Spielsachen, bei Funkhaus Evertz, Schlembach und im Musicshop Schallplatten und CDs und im Stern-Verlag Bücher: Eine „Shoppingtour“ entlang verschwundener Geschäfte – mit einem Finale an der Mata-Hari-Passage.

Die Dezember-Ausgabe der Kolumne zum Blog in der Westdeutschen Zeitung ist jetzt auch via Spotify, iTunes und Co im Podcast zum Blog als Audio-Version nachzuhören. Alternativ könnte Ihr sie auch hier im Browser hören:

Hier, als „Bonus-Material“, noch vier Ausschnitte aus einem Prospekt des Funkhaus Evertz aus dem WM-Jahr 1986:

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„Urban-Sketching als Gegentrend zur Digitalisierung“

in Düsseldorf/Interviews/Natur
Urban-Sketch von Birgit Winter: Die Düssel im Volksgarten Düsseldorf.

Birgit Winter ist Urban-Sketcher: Sie hat ständig ein Skizzenbuch sowie Stifte und Pinsel dabei, um spontan auf vielversprechende Motive reagieren zu können. So sind auch mehrere Skizzen an und um die Düssel entstanden. Im Gespräch erzählt sie, was sie am Urban-Sketching fasziniert und wo sich die Szene in Düsseldorf trifft.

To sketch something – das bedeutet auf Deutsch: Etwas skizzieren. Was es mit der entsprechenden Künstler-Bewegung auf sich hat, bringt der erste Satz des Wikipedia-Eintrags zum Thema auf den Punkt: „Urban Sketcher sind eine weltweite Gemeinschaft von Künstlern, die vor Ort die Städte, Orte und Dörfer zeichnen, in denen sie leben oder zu denen sie reisen. Ihre Zeichnungen stellen eine Art visuellen Journalismus dar, der das Leben so zeigt, wie die Künstler es vor ihren Augen geschehen sehen.“ Auch am Rhein liegt Urban-Sketching im Trend. Birgit Winter (54) ist Teil der lokalen Sketcher-Szene. Hier weiterlesen

Neue Kolumne: Lütgenau, Evertz und die Mata-Hari-Passage

in Düsseldorf/Popkultur/WZ-Kolumne

Die Dezember-Ausgabe der Düssel-Flaneur-Kolume in der WZ würdigt Düsseldorfer Einkaufs-Legenden.

Bei Lütgenau waren es Spielsachen, bei Funkhaus Evertz, Schlembach und im Musicshop Schallplatten und CDs und im Stern-Verlag Bücher: Eine „Shoppingtour“ entlang verschwundener Geschäfte – mit einem Finale an der Mata-Hari-Passage.

Nachzulesen ist der Text in der heutigen Düsseldorf-Ausgabe der Westeutschen Zeitung, in der seit Juli 2018 eine Kolumne zum Blog erscheint. Neben den „Legenden“ ebenfalls erwähnt: Der Platten- und Hifi-Laden Schaulandt, der Modeladen Factory und der Club Line Light. Hier weiterlesen

Hart, härter, Heftroman

in Düsseldorf/Irrsinn/Kurzgeschichten

Dr. Wahrglocke stand vor dem Heftromanregal und war überwältigt. Eigentlich hatte er die Drogerie-Filiale nur betreten, um frische Kotbeutel für seine 14-Jährige Pitbull-Rüdin Sissy zu kaufen.

Und jetzt das: So viel guter Stoff auf einem Haufen! Genau das Richtige, um sich endlich mal wieder richtig wegzuballern. Blieb nur die Frage womit. Vielleicht: „Adel verpflichtet. 4 Romane um Liebe und Intrige. Gefühle kann man lesen.“ Oder: „Traumwelt Heimat und ihre Berge. 3 bezaubernde Romane“. Womöglich gar: „Adelshäuser. Liebe in Glanz und Herrlichkeit. 3 spannende Romane.“

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Kleines Gemälde mit „großer“ Geschichte

in Düsseldorf/Popkultur

Es hing zehn Jahre bei mir im Büro, und ich wusste fast nichts über das winzige Porträt, das womöglich einen Rabbi zeigt. Dann brachte ein facebook-Posting die Wende.

Es ist winzig, vielleicht fünf bis sechs Zentimeter im Durchmesser, und dünn wie eine Sperrholzplatte. Nein falsch, es ist sogar noch dünner. Jedenfalls: Es zeigt einen älteren Mann mit Mütze und weißem Vollbart, der ein wenig aussieht wie ein Rabbiner. Und es gehörte mal meinen Großeltern, hing dort jahrzehntelang in einer kleinen Kammer an der Wand, war quasi festes Inventar ihrer Wohnung in Düsseldorf-Pempelfort. Bei jedem Besuch bei den Großeltern schaute ich es an – nicht bewusst, eher mit halbem Auge. Nie fragte ich nach, woher das Bild stammt oder wer es gemalt hat. Ich bin kein Kunstkenner, ich fand das Bild schön, aber es interessierte mich damals nicht wirklich. Es war einfach da … Hier weiterlesen

Warum ich „simsen“ gruselig und „texten“ super finde

in Irrsinn/Sprache

Ein  Plädoyer gegen das mit Abstand grauenhafteste Wort, das die deutsche Sprache zu bieten hat – und wodurch man es ersetzen sollte.

Wörter, die in unsere Sprache einwandern, gab es schon immer, und sehr oft sind sie eine Bereicherung. In diesem Sinne gibt es Anglizismen, die ich okay, ja sogar cool finde (sic!). Seit gefühlt zwei bis drei Jahren begegnen mir allerdings immer häufiger anglophone Wendungen, die ich nur schwer ertragen kann.

Etwa: „Das war total weird gestern.“

Oder: „Dieser Typ da vorne ist echt awkward.“ Hier weiterlesen

Netflix entdeckt Düsseldorf

in Düsseldorf/Popkultur/WZ-Kolumne
Solche Düsseldorf-Ansichten gab´s selten in einer Serie.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitungskolumne zum Blog geht es um eine Netflix-Serie, in der Düsseldorf eine tragende Rolle spielt: „Paranoid“.

Gedreht wurde vor zwei Jahren unter anderem im Medienhafen, in der Altstadt, in der Carlstadt, am Flughafen und am Hauptbahnhof. Natürlich blieb das nicht unbemerkt. Die BILD Düsseldorf schrieb bereits im Juni 2016:

Zwei Wochen lang: Briten drehen Krimi-Serie „Paranoid“ in Düsseldorf. Der britische Sender „ITV“ dreht für seine neue Krimi-Serie „Paranoid“ ausgerechnet in der Düsseldorfer Carlstadt! Mit dabei: Die deutsche Schauspielerin Christiane Paul (42, „Die Welle“). Hier weiterlesen

Ein Hase namens Pimmel

in Düsseldorf/Irrsinn/Kurzgeschichten/Sprache
Dieser Stoffhase will anonym bleiben. Er heißt aber weder "Pimmel", noch "Elvis Schikowsky".

Wie reagiert die Hipster-Mutter, wenn die Tochter beschließt, einem Stoffhasen einen „verbotenen“ Namen zu verpassen? Eine Alltagsbeoachtung auf einem Spielplatz in Düsseldorf.

Sitze auf einer Spielplatzbank, lese Zeitung, mein Kind klettert und rutscht – und dann höre ich die Frage des Tages, nein der Woche. Zwei Bänke weiter sitzt eine Mutter. Ende 30, Typ Bildungsbürger mit Hipster-Einschlag. Schwarz umrandete Brille vor den Augen, Dutt auf dem Kopf und Skinny Jeans an den Beinen. Sogar: Jute-Beutel auf dem Schoß, aber der ist von Aldi. Also bitte keine weiteren Vorurteile. Das hier soll kein Hipster-Bashing werden. Erwähne es nur, damit Ihr euch die Person vorstellen könnt. Ich kenne sie nicht, weiß aber, dass sie eine Mutter ist, weil ein Mädchen, das ein „Mini Boden“-Outfit trägt und ein Stofftier in der Hand hält, sie gerade angesprochen hat: „Mama, ist Pimmel ein schöner Name für meinen Hasen?“ Hier weiterlesen

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