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Sebastian Brück - page 5

Sebastian Brück has 92 articles published.

Sofia auf dem Sand: (k)eine Fußballgeschichte

in Köln/Kurzgeschichten

Diese kurze Erzählung entstand anlässlich eines Schreibwettbewerbs der taz unter dem Motto „Strandgeschichten“. Sie kam unter die besten 20, landete in der dazugehörigen Anthologie, erschien später auch noch im Online-Portal Titel-Kulturmagazin und war 2007/2008 Namensgeber eines Podcasts.

Als ich Sofía zum ersten Mal gesehen habe, waren wir Gegner. Ich verteidigte, sie stürmte. Als ob es gestern gewesen wäre: Freistoß aus kurzer Entfernung. Ihr Blick trifft meinen. Sie klemmt sich ihre schulterlangen Haare hinter die Ohren, zieht die linke Braue leicht hoch und lächelt. Zwei endlose Sekunden. Dann schießt sie. Ich hechte in die Ecke meines Tores, errichtet aus zwei mit Steinchen gefüllten Fanta-Dosen. Gerade noch erwische ich den Ball mit den Fingerspitzen. Gehalten. Feiner Sand dringt in meinen Mund. Ich spucke aus. Sofía klopft mir auf die Schultern. „Toni Schumaaakerr“, sagt sie anerkennend und knipst ein Auge zu. Mein Bauch kribbelt, mein Herz klopft. Ich lächele. Dann zerbeiße ich einige Sandkörner zwischen den Zähnen und werfe den Ball ab. In meinen Handflächen sammelt sich Schweiß. Das Spiel geht weiter. Hier weiterlesen

(#42) Im Eisvogel-Paradies

in Erkrath/Neandertal/Natur

Wie wir in Erkrath-Hochdahl einen Superlativ unterqueren / Wie wir keinen Eisvogel sehen / Und wie sich Neandertalwiesen schmatzend gegen illegale Begehungen wehren.

Wir sitzen im Auto und unterqueren einen Superlativ. Er steht auf einer Eisenbahnbrücke und lautet:„Steilste Eisenbahn-Hauptstrecke Europas bis 1981“. Hier weiterlesen

Wie meine Mutter und ihr Hund zu Foto-Statisten wurden

in Düsseldorf/Kurzgeschichten

Die so kurze wie wahre Geschichte eines Fotoshootings mit dem Düssel-Flaneur-Autor samt Mutter und Hund in Düsseldorf-Bilk. Wobei: So richtig stimmt das ja gar nicht …

Und am Telefon sage ich noch zu Ihr: „Mama, du musst dich auch nur ganz kurz an der Ampel hinstellen. Mit dem Hund. Dauert nur drei Minuten. Ja, einfach dort stehen und warten. So als ob der Fotograf und ich gar nicht da wären. Was du anziehen sollst? Egal, nimm doch einfach deine Lieblingsjacke und deinen Lieblingshut. Das, was du sowieso immer beim Gassigehen anhast.“ Hier weiterlesen

(#41) Die therapeutische Düssel-Runde – Teil 2

in Erkrath/Neandertal/Natur

Welche Fließmanieren die Düssel hat / Warum Plätschern keine Fremdsprache ist / Und warum sich der Düssel-Soundtrack zum Meditieren eignet.

Dieser Text setzt die „therapeutische Düssel-Runde“ mit Gast-Flaneur Caterina Klusemann fort, Teil 1 kann man hier nachlesen.

Etwas weiter  flussaufwärts gerät erneut eine Brücke ins Blickfeld, die Düssel wird hier flacher und breiter.  Kurz darauf stehen wir vor einem Schild mit der Aufschrift „Wildgehege Neandertal“. Hier weiterlesen

Der Stoffeler Kamm

in Düsseldorf/Kurzgeschichten

Seit 1980 liegt ein Haarkamm in Düsseldorf-Bilk mitten auf der Fahrbahn, eingebacken im Asphalt. Dies ist seine und meine Geschichte.

Der „Stoffeler Kam“ ist quasi ein Speichermedium meiner Kindheit. Nachzulesen ist die (wahre) Geschichte im Begleitbuch zum Foto-Blog “Düsseldorfer Perlen” (siehe oben) von Markus Luigs (hier bestellen), das auch mehrere Textbeiträge enthält. Außerdem erschien sie in der Rheinischen Post (auch bei RP Online) sowie als Gastbeitrag in Alexandra Wehrmanns Blog Theycallitkleinparis. Hier weiterlesen

(#40) Die therapeutische Düssel-Runde – Teil 1

in Erkrath/Neandertal/Natur

Wie sich Gast-Flaneur Caterina Klusemann in ein italienisch anmutendes Landhaus am Rande der Düssel verliebte / Welche alten Geschichten ihr neues Restaurant Neandertal No. 1 zu erzählen hat / Und warum ein Spaziergang entlang der Düssel (fast) alle Probleme löst.

Zu Anfang dieser Blog-Folge fahre ich mit dem Auto gegen einen Buchtitel – aber nur fast. Er lautet „Engstelle im Bewegungsverkehr“ und steht auf einem Warnschild am Rande der steilen Straße, die sich von Erkrath-Hochdahl aus bergabwärts schlängelt und zuerst Feldhof und später Neandertal. Da die Straße tatsächlich ziemlich eng ist, habe ich keine Chance den Buchtitel fotografisch festzuhalten. Und auch der dazugehörige Roman müsste noch geschrieben werden 😉 Hier weiterlesen

(#39) Luftpartie ohne Gebirgsbach

in Erkrath/Neandertal/Natur

Wie wir im Neandertal nach Spuren der ehemaligen Düssel-Schlucht Ausschau halten / Wie wir uns die Düssel als Gebirgsbach vorstellen / Und wie uns das Neanderthal Museum auch mit „h“ und ohne Bindestrich gefällt.

Genau 1,2 Kilometer hin, 1,2 Kilometer zurück. Das ist das „Flanierpensum“, das uns heute erwartet. Warum wir das so genau wissen? Weil wir vor einem Schild stehen. Dort ist nicht nur unser Tagesziel – das Neanderthal-Museum – angegeben, wir erfahren auch gleich noch die in den kommenden Etappen zu bewältigende Entfernung bis „Gruiten Dorf“, einem der (wie uns oft „zugeflüstert“ wurde) Highlights des restlichen Weges bis zur Düssel-Quelle. Hier weiterlesen

(#38) Das Neandertal als „Coworking Space“ des 19. Jahrhunderts

in Erkrath/Neandertal/Natur

Wie wir der Düssel über einen Höhenweg folgen / Warum wir nicht so „kreuzfidel“ wie Kardinal Meisner sein können / Und warum wir den malenden und zeichnenden „Kreativen“, die vor 200 Jahren aus Düsseldorf ins „Gesteins“ pilgerten, gerne über die Schultern geguckt hätten.

Wir könnten da beginnen, wo wir auch beim letzten Mal begonnen haben, um dorthin zu gelangen, wo wir letztes Mal umgekehrt sind. Denn genau dort müsste die heutige Etappe eigentlich an unser Erlebnispfad-Erlebnis anknüpfen. Stattdessen parken mein bester Freund P. und ich dort, wo Linienbusse halten: unter der Autobahnbrücke, welche die A3 über Erkrath hinweg führt (Übergang Beethovenstraße / Mettmanner Straße). Anders gesagt: Diesmal spazieren wir nicht im Tal entlang der Düssel, sondern wählen den Höhenweg. Wir lassen unser Flüsschen für eine Weile allein, um später wieder zu ihm zu stoßen. Hier weiterlesen

(#37) Das Erlebnispfad-Erlebnis

in Erkrath/Neandertal/Natur

Wie wir im Neandertal einen „geheimen“ Erlebnispfad begehen / Wie wir unser Flüsschen einer Geschlechtsumwandlung unterziehen / Und warum Bäume ihre Wurzeltentakeln künstlerisch in die Düssel strecken.

Die heutige Etappe beginnt – welch Überraschung – da, wo wir bei der vorherigen geendet sind: An einem fast überwucherten Schild vor dem Zaun eines privaten Anwesens. Ein Schild, das am Stadtrand von Erkrath auf einen Wanderpfad entlang der Düssel hinweist. Der Eingang zum Neandertal, sozusagen. Leicht zu übersehen! Hier weiterlesen

(#36) Brückenlandschaft

in Erkrath/Neandertal/Natur

Wie wir gemeinsam mit unserem Flüsschen die A3 unterqueren /  Wie es unter einer Autobahn aussieht / Und wie wir kurz vor dem „Eingang“ ins Neandertal eine vorbildliche Düssel-Plattform entdecken.

Erkrath, in der Bachstraße: Mein bester Freund P. ist wieder gesund. Die erste Folge ohne ihn und mit „Gast-Flaneur“ kam gut an. Und nach einer mehrwöchigen Flanier-Pause beginnen wir heute direkt mit einer „Knaller“-These: Keine der Düssel-Brücken, die wir seit der In-den-Rhein-Mündung überquert haben, bringt einen so großen Wechsel mit sich wie die, vor der mein bester Freund P. und ich in diesem Moment stehen: Von der Sackgasse am Ende einer Wohnstraße mit Ein- und Mehrfamilienhäusern mitten in eine weite Ebene hinein. Das Ende der “Zivilisation”, quasi …

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